Das sind wir!

An dieser Stelle wollen sich Rhea und Erik - die Gründer des Zaunreiter Zirkels - vorstellen.

Nach langer Zeit des Solo-Werkelns und Erfahrungen in anderen Zirkeln entschlossen wir uns zu Beltaine 2005, endlich unseren eigenen Coven ins Leben zu rufen.

Wir bitten um etwas Geduld, aber nach und nach werden sich auch die anderen festen Mitglieder (also diejenigen, mit denen wir nach 1 Jahr und 1 Tag zusammen beschließen, den weiteren Weg gemeinsam zu gehen) noch hier vorstellen. Solch einen Text über sich selbst und seinen Glauben zu verfassen, ist nach einem Jahr und einem Tag gemeinsamen Arbeitens im wahrsten Sinne des Wortes eine Selbst(über)prüfung und eine Art "Zirkel-Initiation" als Zeichen, sich selbst/die eigenen Fähigkeiten/die ureigene Auffassung des "Alten Weges" intellektuell verarbeitet zu haben.

 

     

 

Erik 

      

Auch wenn es landläufig nicht unbedingt bekannt ist, dennoch ist es Fakt im modernen Heidentum: Hexen können auch männlich sein !

Den Begriff "Hexe" sehe ich etymologisch als Sachbegriff für Menschen, die sich mit Naturmagie beschäftigen. Und obwohl ich mich so nenne, bin ich kein abgehobener Esoteriker, sondern sehe mich mit beiden Beinen am Boden stehend. Ich verdiene mein Geld als Pädagoge und versuche als „Zaunreiter“, die Welt des Materiellen mit der des Spirituellen in meinem Leben zu verbinden.

 

Meine Philosophie ist eine pantheistische, liberale und ökologische - dies macht sie für mich zu einer lebbaren, alternativen spirituellen Praktik und nicht zu starrer Religion. Verbunden fühle ich mich dem Celtic Wicca, jedoch beeinflusst mich auch der Buddhismus und die hinduistisch-henotheistische Auffassung der Götter als Ausdruck einer unpersönlichen Weltseele (Brahman). Vor allem die Natur ist Ausdruck dieser Urquelle, und so stellt der Kreislauf des Jahres einen wichtigen Bezugspunkt dar an dem sich die eigenen Lebenszyklen orientieren - Naturmagie im engsten Sinne. 

 

Zu all diesen Betrachtungen kommt ein wichtiger Faktor - die Freude (am Leben, am Kennenlernen von Gleichgesinnten, am Austausch, am Erlernen neuer Praktiken, an der Entfaltung, an Kreativität,.....). Dies alles und vieles mehr macht den "Alten Pfad" für mich zu einem Quell von Spiritualität und Inspiration. 

 

 

 

Rhea Elinja

 

Erde unten, Himmel oben, laßt mich Eure Liebe loben: 

Urnatur und Kraft der Erde, helft mir, dass ich mächtig werde;

Wasserläufe, Frühlingsregen, gebt mir Euren sanften Segen;

Sommerfeuer, Flammenlicht, ohne Euch gedeih´ ich nicht;

Wind des Herbstes, Atemluft, zeigt mir Euren reinen Duft; 

Kreis ringsum und Licht in mir: Unsere Kraft vereint sich hier!

 

Diese Kreis- und Elementeanrufung stammt aus dem Buch „Das geheime Wissen der Hexen“ von Marian Green. Ich finde diese Anrufung besonders schön, weil darin die Naturverbundenheit sehr zum Ausdruck kommt. Die Liebe zur Natur ist für mich ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens und auch meines Glaubens.

 

Doch das heutige Hexentum hat sehr viele Gesichter. Jeder, der mit diesem Thema in Kontakt kommt und diesen Weg beschreitet, legt  es anders aus. Es ist ein polytheistischer, naturverbundener Glaube, wobei meist ein weiblicher und ein männlicher Aspekt in Form von Göttin und Gott verehrt werden. Das ist auch meine liebste Vorstellung des Göttlichen: ein ebenbürtiges Götterpaar, das gemeinsam und in tiefer Liebe das Leben auf der Erde behütet.

Aber wie gesagt, es ist eine VORSTELLUNG. Ich glaube gleichzeitig, dass das Göttliche weder männlich noch weiblich, weder gütig noch streng ist. Denn das entspricht der Welt der Gegensätze – also unserer Welt. Das Göttliche kennt keine Gegensätze. Es ist alles und gleichzeitig nichts.

 

Eine vermenschlichte Vorstellung ist wichtig für uns um das Göttliche leichter in unserem Alltag aufzunehmen.

Doch wenn man erkannt hat, dass hinter Jesus, Buddha, Shiva, Allah, Odin, Zeus und allen anderen, immer dieselbe Macht steht, versteht man wie sinnlos Streitigkeiten zwischen den Religionen sind.

 

Das gefällt mir am Hexentum besonders: es ist keine starre Religion, sondern eine sich stetig verändernde.

Doch das Hexentum ist nicht nur Religion, sondern auch gleichzeitig  Handwerk und Medizin.

Dabei denke ich vor allem an das Kräuterwissen, das medizinisch und magisch eingesetzt wird, und eigentlich das Aushängeschild der Hexenkunst ist.

Auch Reflexion und Meditation sind eine wichtige Form der Medizin, die für mich im täglichem Leben eine wichtige Rolle spielen.

 

In unseren Ritualen und jahreszeitlichen Festen vereinen sich Religion, Handwerk und Medizin: wir feiern Gott und Göttin, reflektieren unser eigenes Leben im Wechsel der Jahreszeiten und versuchen mit magischer Unterstützung die Balance im Leben zu finden und zu halten.

 

 

Lyonesse

 

Seit ich mich erinnern kann, habe ich die Zyklen der Natur beobachtet, mich für Heilkräuter interessiert und so weiter. Irgendwann habe ich dann rausgekriegt, dass es dafür einen Namen gibt: Hexe/Neuheidin - wenn man in einem Minidorf aufwächst, können solche Erkenntnisse etwas länger dauern….;)

 

Der heidnische Weg bedeutet für mich tiefe Verbundenheit mit der Natur und den Versuch, im Einklang mit ihren Zyklen zu leben, den großen wie den kleinen.

Ich gehöre zur Gattung „keltische Küchenhexe“ – „keltisch“ weil ich mich schon immer zum keltischen (vor allem irischen) Pantheon hingezogen fühlte und „Küchenhexe“, weil Hexe zu sein für mich auch bedeutet, mit beiden Beinen am Boden zu bleiben, wie die alten Dorfhexen. Wie sie versuche ich, das Beste aus dem zu machen, was ich habe.

 

Da wird dann schon mal eine exotische Zutat durch etwas Einheimisches ersetzt oder ein einfaches Trinkglas zum Kelch – es funktioniert trotzdem. Und manche Rituale entstehen ganz spontan, nur mit dem, was man gerade zur Hand hat. Ganz allgemein ist der Mangel an Dogmen, die Möglichkeit, Neues zu erforschen und auch einmal von der gängigen Meinung abzuweichen ohne gleich als „Ketzer“ zu gelten, für mich eine der faszinierendsten Seiten des Neuheidentums.

 

Ich finde, eine Hexe sollte es wie eine Katze machen: neugierig sein, interessiert an allen möglichen Dingen, auch mal verspielt, im Einklang mit der Natur leben, schnurren, wenn einem was gefällt, aber auch mal die Krallen ausfahren, wenn einem jemand auf den Pelz rückt – und hie und da einfach nur faul rumliegen, sich die Sonne auf den Bauch brennen lassen und das Leben genießen. Auch das ist eine Anbetung.

 

 

Maggie

 

Ich bin sehr langsam, aber stetig in die Welt der Wicca hineingewachsen. Zunächst dominierte die Faszination des Fremden und Unbekannten; Aber schon bald hat sich daraus eine neue Weltanschauung entwickelt: ein Gefühl, wie man in Einklang mit der Natur leben kann, indem man sich als Teil des Ganzen begreift. Magische Rituale und Praktiken sind nun ein Teil meines Lebens geworden und helfen mir mein spirituelles Wachstum zu fördern und zu einer inneren Balance und Stabilität zu finden.

 

Der Weg des neuen Heidentums ist für mich ein Weltbild, eine Philosophie, im Einklang mit den Kräften der Natur und des Universums, das für mich eine logische Erklärung für die Ganzheit allen „Seins“ liefert – eine Weltanschauung in der ich mich zu Hause fühle. Die Arbeit mit den Elementen, die Anrufung der universellen Energie, die Integration von Meditation und altem Kräuterwissen in meinen Alltag bedeutet für mich in den natürlichen Kreislauf der Naturenergien nicht nur eingebunden zu sein, sondern diese Energie auch zu aktivieren, zu nutzen und als Zeichen der Dankbarkeit dafür auch etwas zurückzugeben. Ich lebe mit dem Urvertrauen, dass alles, was geschieht auch in den Plan der Lebens integriert ist.

 

Diese Religion ist für mich ein Ausdruck der Freiheit, den eigenen, inneren Glauben zu fühlen und zu leben und deshalb auch Aspekte anderer Religionen, oder wie in meinem Fall asiatische Denkweisen und Praktiken, wie Yoga oder Reiki einfließen zu lassen. Das Feiern der Jahresfeste in der Gruppe, bedeutet für mich in Freundschaft, Harmonie und Vertrauen, im Kreis lieber Menschen den Rhythmus der Natur zu verinnerlichen, seiner Kreativität freien Raum geben zu können – denn den eigenen Ideen sind keine Grenzen gesetzt und somit ist jedes Fest besonders - von einander zu lernen und überhaupt nicht perfekt sein zu müssen, sondern sein können wie man ist.