So feiern wir

In diesem Bereich der Homepage wollen wir dir nun einige Anregungen und Informationen bezüglich des Aufbaus eines Rituals geben. Interessierte können sich hier ansehen, ob die Art und Weise, wie WIR die Jahreszyklen begehen, ihnen gefällt. Wir wollen dir hier absichtlich keine Zauber und Rituale vorstellen (diese sollten generell nicht in falsche Hände geraten; außerdem ist Magie "nach Rezept" zwar brauchbar wenn man noch wenig Erfahrung in magischen Dingen hat, jedoch nicht unbedingt das Unsre) sondern nur den Rahmen, in welchem du deine Zauber ausführen oder die Jahreskreisfeste feiern kannst. Fühl dich frei, diesen Rahmen nach deinen Ansprüchen und deinem Geschmack zu ändern/kürzen/erweitern. Wir informieren dich hier über die einzelnen Teile eines Rituals und geben dazu passend mögliche Sprüche und kleine Anrufungen. Viel Spaß beim Experimentieren !

 

 

Der allgemeine Ritualaufbau

 

 

 

*Ankommen der Teilnehmer, Abräuchern des Raumes und der Personen mit reinigenden Kräutern bzw. Reinigungsatmung

 

Bei der Raumräucherung kann folgender Spruch über dem aufsteigenden Rauch rezitiert werden:

 

Glück und Wohlstand sind in diesem Haus

und breiten sich in allen Ecken aus

Licht und Liebe sind hier daheim

etwas Anderes kann hier nicht sein

gute Geister sind willkommen

den bösen sei die Kraft genommen!

 

*Sich im Kreis formieren und Erden:

 

Erden kann auf vielerlei Weise erfolgen: Manche lassen Wurzeln aus ihren Füßen oder dem Wurzelchakra in die Erde dringen, andere verbinden sich direkt mit dem Erdkern, wieder andere verbinden sich lieber mit dem Universum.... Alle verschiedenen Arten bezwecken aber, Energie aus der Natur in uns zu „ziehen“, wir laden uns also gewissermaßen auf um nicht unsere eigenen Energien aufzubrauchen.

Außerdem ist es eine kleine „magische Einstimmung“ und der Alltag wird endgültig beiseite geschoben.

Wer immer das Ritual leitet, sollte entweder genau vorgeben welche Art des Erdens vollzogen wird oder einen gewissen Zeitraum benennen in welchem jede/r seine bevorzugte Art praktizieren kann; nach Ablauf der Zeit wird dann eine kleine Glocke geläutet damit alle wieder „zurückkehren“.

 

*Das Ziehen des magischen Kreises:

 

Der Kreis kann auf unendlich viele Arten gezogen werden. Der eigentliche Zweck eines Kreises ist:

àErschaffen eines heiligen Raumes, ähnlich den Tempeln/Kirchen...

àbeschworene Energien werden im Kreis gehalten und zentriert, ihnen wird Kraft und Richtung gegeben bis sie entlassen werden

àunerwünschte Energien werden ferngehalten

 

Der Kreis kann ganz einfach ohne Worte mit Hilfe der Hände/des Stabes/eines Räucherstäbchens gezogen werden, aber auch mit Hilfe der Elemente indem mit jedem einmal der Kreis umschritten wird.

 

Eine schöne Möglichkeit für Gruppen ist die Beschwörung des Kreises von Hand zu Hand. Hierfür wird durch Blickkontakt, bewusstes Weitergeben der Energie an den linken Nachbarn und die Worte an diesen...

„Von Hand zu Hand beschwöre ich den magischen Kreis:“

...reihum der Kreis gezogen.

Aufgelöst wird der Kreis am Ende des Rituals durch Loslassen der Hand des rechten Nachbarn in umgekehrter Reihenfolge und die Worte:

„Von Hand zu Hand öffne ich den magischen Kreis.“

 

Weiters gibt es auch viele ausgeklügelte Sprüche, die beim Abschreiten des Kreises rezitiert werden können, beispielsweise folgender Spruch zur 3maligen Abschreitung des Kreises:

 

„An diesem Ort, auf diesem Grund, beschwöre ich das heilige Rund

Göttliches Licht soll den Kreis umhüllen, und alles darin mit Licht erfüllen.

 

Von der Erde die Dinge die sich manifestieren

aus dem Feuer die Dinge, die motivieren

die Luft trägt die Dinge des Geistes her

Wasser reinigt was trübe und schwer.

 

Kein Ort, keine Zeit sei zwischen Jetzt und Hier

zwischen den Welten, meinen Worten und mit.

Willkommen, ihr Götter, tretet nun ein

der Kreis ist geschlossen, so soll es sein!“

 

Ab und an kann es vorkommen, dass der Kreis während des Rituals durchbrochen werden muss. Auch hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Wer unbedingt will, kann auch mit dem Ritualmesser die „Tür“ hineinschneiden, aber „gewaltfreier“ ist doch die Vorgehensweise, die Energiewand wie einen Vorhang etwas „beiseite zu schieben“ und danach genauso wieder zu schließen.

 

*Einladung der Elemente, Anrufung der Richtungen

 

Vor der Anrufung muss allen Teilnehmern klar sein, was sie überhaupt anrufen. Es gibt Elementekräfte (Erde, Luft, Feuer, Wasser) die jeweils verschiedene Assoziationen wecken (Stabilität, Intellekt, Aktivität, Emotion). Andere Zirkel konzentrieren sich auf die jeweiligen "Wachtürme", andere auf Elementarwesen. 

 

Es liegt in der Verantwortung der Ritualleitung, vorzugeben was angerufen wird um Ungleichgewicht im Kreis zu vermeiden. Sei dir immer bewusst was du gerade anrufst um keine Überraschungen zu erleben!

 

Elementkräfte können schön mit folgendem Spruch gerufen werden (aus Marian Greens Buch „Das geheime Wissen der Hexen“). Dabei drehen sich einzelne oder aber alle Teilnehmer in die entsprechende Himmelsrichtung:

 

Erde unten, Himmel oben, lasst mich eure Liebe loben

Urnatur und Kraft der Erde, helft mir dass ich mächtig werde

Wind des Herbstes, Atemluft, zeig mir deinen reinen Duft

Sommerfeuer, Flammenlicht, ohne dich gedeih ich nicht

Wasserläufe, Frühlingsregen, gib mir deinen sanften Segen.

Kreis ringsum und Licht in mir, unsre Kraft vereint sich hier.

 

Ein anderer Spruch, um die Kräfte der Elemente zu rufen, wäre folgender:

 

Anrufung des Ostens:

Bei sanfter Brise, Bö und Sturm

bei Wirbelwind und Wolkenturm

bei Blitz und Donner, Windgefauch

bei Laubgeraschel, kühlem Hauch

ruf ich euch an, ihr Mächte der Luft !

 

Anrufung des Südens:

Bei Kerze, Licht und Sonnenschein,

bei Ofen, Herd und heißem Stein,

bei Flamme, Asche, Funkenflug,

bei Rauch und Qualm und roter Glut,

ruf ich euch an, ihr Mächte des Feuers !

 

Anrufung des Westens:

Bei Quelle, Fluss und stillem See,

bei Nebel, Rauhreif, Tau und Schnee,

bei Regen, Hagel, Eiskristall

bei Welle, Woge, Wasserfall,

ruf ich euch an, ihr Mächte des Wassers !

 

Anrufung des Nordens:

Bei Hügel, Tal und Felsgestein,

bei Wiese, Hecke, Feld und Hain,

bei Ast und Strauch und grünem Laub,

bei Humus, Kiesel, Sand und Staub,

ruf ich euch an, ihr Mächte der Erde !

 

*Götter herbeirufen:

 

Die einfachste Art ist es, mit persönlichen Worten der Einladung die Götter in den Kreis zu rufen. Wichtig ist dabei eigentlich nur, höflich zu bleiben, als wenn man mit Freunden reden würde. Was Hexen von Zeremonialmagiern unterscheidet, ist die Art, mit Wesenheiten umzugehen: Zeremonialmagier neigen oft dazu, Kräften ihren Willen aufzuzwingen und sie gewissermaßen hin-und-her zu schicken. Hexen stehen nicht über der Natur, sondern arbeiten mit ihr. Daher wird mit den positiven Wesen gesprochen wie mit Freunden – Höflichkeit und „Bitte/Danke“ schaden niemals!

 

Wiederum hat die Ritualleitung hier die Verantwortung, schon vor dem Ritual die Gottheit, die gerufen wird, allen vorzustellen, denn nicht jede Gottheit kann mit jedem Menschen und umgekehrt ebenso. In Jahreskreisfesten werden aber meist die allgemeinen Aspekte „Göttin und Gott“ gerufen, sodass Unstimmigkeiten hier vermieden werden können.

  

Als Zeichen der Anwesenheit der Götter wird nun die Hauptkerze am Altar entzündet.

 

 

*Magische Arbeit verrichten

 

Nun wird die Magie an sich gewirkt. Dies kann ein Jahreskreisfest-Zauber in der Gruppe sein oder aber ein sogenanntes Arbeitsritual (das sind Zweckrituale, meistens Wunsch-Magie). Die Ritualleitung sollte davor schon sichergestellt haben, dass alle benötigten Zutaten/Materialien für jeden Teilnehmer im Kreis sind.

 

Am Ende der Arbeit sollten sich alle nochmals auf das Ziel fokussieren und durch verschiedene Methoden Energien bündeln (z.B. Sprechgesang, Lieder, Visualisation, gemeinsam gesprochene Zaubersprüche etc.)

 

*Allfällige Arbeit

 

Vor dem Ende des Rituals wird die Frage "Gibt es noch etwas zu tun?" an die Gruppe gestellt. Nun ist Zeit und Raum für persönliche Anliegen. Eventuell ist jemandes FreundIn erkrankt, nun kann auf Wunsch eines Gruppenmitglieds einfache, schnelle Magie für die Heilung der Person gewirkt werden. Oder aber eine Mithexe braucht dringend einen neuen Job, gemeinsam kann an dieser Stelle darum gezaubert werden. Meist funktioniert dies mit Hilfe der Kerzenmagie; in diesem Fall sollte die Person, die einen Wunsch hat, eine farbig passende/geweihte/geritzte...Kerze zum Fest mitnehmen und idealerweise einen passenden Spruch parat haben, den dann die gesamte Gruppe rezitieren kann, dabei wird dann die Energie in die Kerze im Mittelpunkt des Kreises gerichtet. Ein Foto der betreffenden Person kann auch nie schaden!

 

*Segnung von Brot und Wein

 

Wer alleine arbeitet, wird diesen Schritt wohl meist nur bei Jahreskreisfesten durchführen. In Gruppen ist es aber üblich, gemeinsam gesegnetes Brot und Wein zu teilen.

Wer immer Brot und Wein segnet, vergegenwärtigt sich die Präsenz der Götter in seinem/ihrem Leben und wie gesegnet er/sie ist. Wo erkennst du die Götter in deinem Leben, wie haben sie dir geholfen? Wenn dann die Kraft gespürt wird, wird diese in Brot und Wein geleitet um sie an alle Teilnehmenden weiterzugeben und folgende Worte können gesprochen werden:

 

Halte deine Hände über den Kelch und sprich:

 

Von der Sonne in den Weinstock

Vom Weinstock in die Traube

Von der Traube in den Wein/Saft

Sei dieser Trank gesegnet im Namen unserer Herrin und unseres Herrn.

So sei es !

 

Halte deine Hände übers Brot und sprich:

 

Vom Mond zum Halm

Vom Halm zum Korn

Vom Korn zum Brot

Sei dieser Laib gesegnet im Namen unserer Herrin und unseres Herrn.

So sei es !

 

*Dank und Verabschiedung der Götter

 

Wer immer die Götter gerufen hat, verabschiedet diese auch wieder. Dies ist Pflicht eines jeden Gastgebers (nicht nur im magischen Gebrauch!). Sag Dank und erkenne ihre Segnungen im Leben an.

 

*Dank und Verabschiedung der Elemente:

 

Auch hier gilt: Wer die jeweilige Richtungskraft gerufen hat, verabschiedet sie auch wieder. Hier werden meist keine vorgefertigten Worte gesprochen, sondern einfache, persönliche Worte des Dankes und der Verabschiedung.

 

*Den magischen Kreis öffnen

 

Bevor der Kreis geöffnet wird, sollte die Ritualleitung festlegen, was mit den im Kreis befindlichen Energien nun passiert. Diese können von allen als neblige Schwaden visualisiert und nun dirigiert werden (z.B. an die Natur/einen kranken Baum/ in die Götterkerze auf dem Altar/ in die Teilnehmer selbst.... geleitet werden).

 

Der Kreis wird meist im Gegenuhrzeigersinn geöffnet durch einfache Worte. Zum Abschied und Wiedereintritt in die „Alltagswelt“ können alle noch folgendes Sprechen:

 

„Der Kreis ist nun offen, doch ungebrochen.

Der Friede der Götter sei in uns.

Ein fröhliches Kommen, ein fröhliches Gehen, auf ein fröhliches Wiedersehen.“

 

*Speis und Trank

 

Bei Gruppenfeiern schließt sich nun der „gemütliche“ Teil des Festes an. Praktischerweise hat jeder Teilnehmer etwas zum Fest mitgebracht (wenn man sich davor schon abstimmt, kann manches Problem verhindert werden!); nun wird geschlemmt und geplaudert.

Dieses Essen hat aber auch einen magischen Hintergrund: Durch die Verdauung und den Akt des Essens an sich werden die Energien, die der Körper während eines Rituals aufnimmt, optimal geerdet und ein Überschuss an Energien wird damit verhindert.